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Wie warm muss Babymilch sein? Temperatur für Muttermilch und Pre-Nahrung

Körperwarm ist ideal, kühl ist oft auch in Ordnung: So findest du die richtige Temperatur für Muttermilch und Pre-Nahrung. Mit Temperatur-Skala und Handgelenk-Test.

Von der LIINI RedaktionAktualisiert am 8 Min. Lesezeit11 Quellen

Babyflasche im Flaschenwärmer mit Thermometer zur Temperaturkontrolle
Inhalt

Kurz gesagt

Babymilch sollte zum Trinken etwa Körpertemperatur haben, also rund 37 °C. An der Innenseite deines Handgelenks fühlt sie sich dann warm oder kühl an, aber nicht heiss. Muttermilch erwärmst du schonend, etwa im Wasserbad mit höchstens 40 °C, und nie in der Mikrowelle oder im Kochtopf. Muttermilch darf auch zimmerwarm oder kühl getrunken werden. Für Pre-Nahrung gilt beim Anrühren die Angabe auf der Packung, und vor dem Füttern prüfst du immer die Temperatur.

Ist der Schoppen zu heiss, zu kalt oder genau richtig? Die Frage, wie warm Babymilch sein muss, stellen sich fast alle Eltern, besonders in den ersten Wochen. Hier erfährst du, welche Temperatur für Muttermilch und Pre-Nahrung empfohlen wird, wie der Handgelenk-Test funktioniert und warum Mikrowelle und Kochtopf tabu sind.

Wie warm muss Babymilch sein? Die Faustregel

Die einfache Antwort: etwa so warm wie dein Körper. Das Lindenhofspital Bern empfiehlt, Muttermilch auf Körpertemperatur zu erwärmen, also auf 37 °C. Auch die Mütter- und Väterberatung Kanton Bern spricht von Körpertemperatur. Der britische Gesundheitsdienst NHS beschreibt dasselbe für Pre-Nahrung: Am Handgelenk soll sich die Milch warm oder kühl anfühlen, aber nicht heiss.

Nach oben gibt es eine klare Grenze. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) rät, auf höchstens 40 °C zu erwärmen, damit sich dein Baby nicht verbrüht. Nach unten ist der Spielraum grösser, wie du gleich liest.

Temperatur-Skala für Babymilch: 100 °C kochend heiss, nie für Muttermilch und nie zum Anrühren. Über 40 °C zu heiss zum Trinken. 40 °C Obergrenze für das Wasserbad. 37 °C Körpertemperatur, ideal zum Trinken. Kühler ist auch in Ordnung: Muttermilch zimmerwarm oder kühl.Wie warm ist richtig?Temperatur-Skala für Babymilch100 °Ckochend heissnie für Muttermilch, nie zum Anrührenüber 40 °Czu heisszum Trinken erst abkühlen lassen40 °CObergrenzeWasserbad für Muttermilch, handwarm37 °CKörpertemperaturideal zum Trinkenkühlerauch in OrdnungMuttermilch zimmerwarm oder kühlVor dem Füttern immer am Handgelenk prüfen
SituationRichtwertDarauf achtest du
Trinktemperatur, Muttermilch und Pre-Nahrungetwa Körpertemperatur, rund 37 °CHandgelenk: warm oder kühl, nicht heiss
Wasserbad für Muttermilchhöchstens 40 °CFlasche verschlossen, langsam erwärmen
Wasser zum Anrühren von Pre-Nahrunglaut Packung, lauwarmdanach die fertige Milch prüfen
Kochend heisses Wassernicht empfohlenMuttermilch nie kochen, Pre nicht mit kochendem Wasser anrühren
Zimmerwarm oder kühlbei Muttermilch in Ordnungwenn dein Baby sie so mag

Muss Babymilch überhaupt warm sein?

Nicht unbedingt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC schreibt, dass Muttermilch nicht erwärmt werden muss. Sie kann zimmerwarm oder kalt gegeben werden. Die Academy of Breastfeeding Medicine hält fest, dass die meisten Babys Muttermilch kühl, zimmerwarm oder erwärmt trinken. Manche Babys haben aber klare Vorlieben.

Bei Pre-Nahrung kommt es mehr auf die Hygiene an als auf die Wärme. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) reicht für gesunde, reif geborene Babys zum Anrühren Wasser von ungefähr 20 bis 50 °C. Ein frisch angerührter Schoppen darf also auch zimmerwarm sein, wenn dein Baby ihn so trinkt. Manche Babys trinken lieber körperwarm. Probier tagsüber in Ruhe aus, was deinem Baby schmeckt. Trinkt es auch kühlere Milch, sparst du dir nachts und unterwegs das Aufwärmen. Wie es ohne Küche klappt, liest du im Ratgeber Milch unterwegs warm machen.

Gut zu wissen

Ob kühl oder warm: Angerührte Pre-Nahrung bereitest du immer frisch zu und verfütterst sie laut BfR innerhalb von zwei Stunden. Einen fertigen Schoppen bewahrst du nicht für später auf.

Muttermilch schonend erwärmen: die richtige Temperatur

Muttermilch enthält wertvolle Abwehrstoffe. Laut Academy of Breastfeeding Medicine werden bioaktive Eiweisse der Milch inaktiviert, wenn sie beim Erwärmen zu heiss wird. Deshalb gilt: langsam und nicht über das Ziel hinaus.

  1. Auftauen, falls nötig Gefrorene Muttermilch taust du am besten über Nacht im Kühlschrank auf, oder unter fliessendem warmem Wasser bzw. im warmen Wasserbad.
  2. Wasserbad vorbereiten Füll ein Gefäss mit warmem Wasser von höchstens 40 °C, so empfehlen es das Lindenhofspital Bern und die Academy of Breastfeeding Medicine.
  3. Flasche hineinstellen Stell die verschlossene Flasche ins Wasser, bis die Milch Körpertemperatur hat. Alternativ nutzt du einen Flaschenwärmer mit Muttermilch-Stufe.
  4. Schwenken Schwenk die Flasche sanft, damit sich die Milch gut mischt und überall gleich warm ist.
  5. Prüfen Mach den Handgelenk-Test, bevor dein Baby trinkt.

Einmal erwärmte Muttermilch verfütterst du laut Lindenhofspital Bern innerhalb von zwei Stunden, danach wird sie entsorgt. Aufgetaute Muttermilch wärmst du laut Mütter- und Väterberatung Kanton Bern nur einmal auf und frierst sie nicht wieder ein. Wie du abgepumpte Milch lagerst, liest du im Ratgeber Muttermilch abpumpen und aufbewahren.

Pre-Nahrung: Anrührtemperatur und Trinktemperatur

Bei Pulvermilch gibt es zwei Temperaturen: die des Wassers beim Anrühren und die der fertigen Milch beim Trinken.

Beim Anrühren gehen die Empfehlungen etwas auseinander. Pädiatrie Schweiz empfiehlt Wasser in Trinktemperatur oder abgekochtes, auf Trinktemperatur abgekühltes Wasser. Von kochendem oder auf 70 °C erhitztem Wasser rät die Fachgesellschaft ab, weil sich dein Baby verbrühen kann und Nährstoffe leiden. Das deutsche Netzwerk Gesund ins Leben nennt höchstens 40 °C, das BfR ungefähr 20 bis 50 °C. Der NHS in Grossbritannien empfiehlt dagegen mindestens 70 °C. Für dich heisst das: Halte dich an die Angabe auf deiner Packung.

Beim Trinken zählt nur eines: Die Milch darf nicht heiss sein. Hast du mit wärmerem Wasser angerührt, prüf die fertige Milch am Handgelenk. Ist sie zu warm, hältst du die verschlossene Flasche unter fliessendes kaltes Wasser und prüfst noch einmal. Die ganze Zubereitung Schritt für Schritt findest du im Ratgeber Schoppen zubereiten.

Handgelenk-Test: so prüfst du die Schoppen-Temperatur

Der Handgelenk-Test ist schnell gemacht und braucht kein Thermometer. Ihn empfehlen unter anderem das BIÖG, die CDC und der NHS.

Der Handgelenk-Test: 1. Flasche gut schütteln. 2. Ein paar Tropfen auf die Innenseite des Handgelenks geben. 3. Fühlen. Warm oder kühl: füttern. Heiss: Flasche verschlossen unter kaltes Wasser halten und neu testen.Der Handgelenk-Testso prüfst du die Temperatur1Gut schüttelndamit sie überall gleich warm ist2Tropfen aufs Handgelenkauf die Innenseite geben3FühlenWie fühlt sich die Milch an?Warm oder kühlAlles gut: jetzt fütternHeissFlasche zu, unter kaltes Wasserhalten und neu testen
  1. Gut mischen Schüttle oder schwenk die Flasche, damit die Milch überall gleich warm ist.
  2. Tropfen geben Gib ein paar Tropfen auf die Innenseite deines Handgelenks.
  3. Fühlen Die Milch soll sich warm oder kühl anfühlen, aber nicht heiss.
  4. Bei Bedarf abkühlen Ist sie zu heiss, kühl die verschlossene Flasche unter fliessendem kaltem Wasser ab.
  5. Nochmals testen Prüf nach dem Abkühlen erneut, erst dann fütterst du.

Probier die Milch nicht mit dem Mund am Sauger. So gelangen keine Keime aus deinem Mund an den Sauger. Ein Thermometer kann dir am Anfang helfen, ein Gefühl für die richtige Wärme zu bekommen. Danach reicht meist das Handgelenk.

Mikrowelle und Kochtopf: warum nicht?

Schnell soll es gehen, gerade wenn das Baby schreit. Trotzdem sind Mikrowelle und Kochtopf für Babymilch keine gute Idee.

Achtung

Erwärm Babymilch nie in der Mikrowelle. Sie heizt ungleichmässig, und es entstehen heisse Stellen, an denen sich dein Baby den Mund verbrennen kann. Muttermilch erwärmst oder taust du auch nicht im Kochtopf auf.

Die Mütter- und Väterberatung Kanton Bern nennt gleich mehrere Gründe: Es besteht Verbrühungsgefahr, zudem leiden der Vitamin-C-Gehalt und die Abwehrstoffe der Muttermilch. Die CDC weist darauf hin, dass die Mikrowelle Nährstoffe in der Muttermilch zerstören kann. Auch für Pre-Nahrung rät das Inselspital Bern von der Mikrowelle ab.

Flaschenwärmer mit festen Temperaturstufen

Ein Flaschenwärmer nimmt dir das Schätzen ab. Du wählst eine Stufe, und das Gerät erwärmt die Milch auf diese Temperatur. Wichtig ist, dass die Stufen zu Muttermilch und Pre-Nahrung passen und nicht heisser werden als nötig.

Der LIINI® 4.0 PRO Flaschenwärmer hat vier feste Stufen: 37 °C für Muttermilch sowie 40, 45 und 50 °C für Pre-Nahrung. Er erwärmt direkt über eine Heizplatte aus Edelstahl, ohne Wasserbad und ohne Umfüllen. Laut LIINI sind je nach Flaschenmaterial, Umgebung und Milch Abweichungen von bis zu 2,5 °C möglich. Mach deshalb auch mit Flaschenwärmer kurz den Handgelenk-Test. Wählst du für Pre-Nahrung 45 oder 50 °C, lässt du die Milch vor dem Füttern bei Bedarf etwas abkühlen. Der Akku macht ihn unabhängig von der Steckdose. Mehr Modelle findest du unter Flaschenwärmer und Flaschenwärmer für unterwegs.

Die Warmhaltefunktion ist praktisch, wenn dein Baby nicht sofort trinkt. Denk aber daran: Angerührte Milch soll nicht lange warm stehen. Laut BfR bestehen bei Trinktemperatur ideale Bedingungen für Keime, deshalb verfütterst du sie innerhalb von zwei Stunden.

Häufige Fragen

Wie warm muss Muttermilch sein?

Etwa Körpertemperatur, also rund 37 °C. Erwärm sie schonend, zum Beispiel im Wasserbad mit höchstens 40 °C oder in einem Flaschenwärmer mit Muttermilch-Stufe. Muttermilch darf aber auch zimmerwarm oder kühl getrunken werden, wenn dein Baby sie so nimmt.

Darf mein Baby kalte Muttermilch trinken?

Ja. Laut CDC muss Muttermilch nicht erwärmt werden und kann zimmerwarm oder kalt gegeben werden. Viele Babys trinken sie kühl, andere bevorzugen sie warm. Probier aus, was dein Baby mag.

Wie warm muss Pre-Nahrung zum Trinken sein?

Etwa körperwarm. An der Innenseite deines Handgelenks soll sie sich warm oder kühl anfühlen, aber nie heiss. Wie warm das Wasser beim Anrühren sein soll, steht auf deiner Packung. Prüf die fertige Milch immer vor dem Füttern.

Wie mache ich den Handgelenk-Test richtig?

Schüttle die Flasche kurz und gib ein paar Tropfen auf die Innenseite deines Handgelenks. Fühlt sich die Milch warm oder kühl an, ist sie richtig. Ist sie heiss, kühl die verschlossene Flasche unter kaltem Wasser ab und teste noch einmal.

Wie lange darf erwärmte Milch stehen?

Erwärmte Muttermilch verfütterst du laut Lindenhofspital Bern innerhalb von zwei Stunden, danach wird sie entsorgt. Für angerührte Pre-Nahrung empfiehlt das BfR ebenfalls, sie innerhalb von zwei Stunden zu verfüttern. Reste aus der Flasche schüttest du nach der Mahlzeit weg.

Darf ich Muttermilch zweimal erwärmen?

Nein. Laut Mütter- und Väterberatung Kanton Bern wärmst du aufgetaute Muttermilch nur einmal auf. Erwärm deshalb nur so viel, wie dein Baby voraussichtlich trinkt, und nimm bei Bedarf eine zweite Portion.

Welche Stufe wähle ich beim Flaschenwärmer?

Für Muttermilch die Muttermilch-Stufe, beim LIINI® 4.0 PRO sind das 37 °C. Für Pre-Nahrung wählst du eine der Stufen dafür, je nachdem, was auf deiner Packung steht und wie dein Baby am liebsten trinkt. Prüf die Milch vor dem Füttern immer am Handgelenk.

Quellen

  1. Muttermilch: Merkblatt zum Pumpen und Aufbewahren von Muttermilch, Lindenhofgruppe, Lindenhofspital Bern
  2. Merkblatt 3.1 Muttermilch: Auftauen und Aufwärmen, Mütter- und Väterberatung Kanton Bern
  3. Empfehlungen für die Säuglingsernährung (2017), Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (Pädiatrie Schweiz)
  4. Merkblatt Zubereitung von Muttermilchersatznahrung, Insel Gruppe, Inselspital Bern
  5. Wie Flaschennahrung richtig gefüttert wird, kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  6. Zubereitung von Säuglingsmilch, kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  7. Empfehlungen zur hygienischen Zubereitung pulverförmiger Säuglingsnahrung, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  8. Fläschchen fürs Baby zubereiten, Netzwerk Gesund ins Leben
  9. ABM Klinisches Protokoll Nr. 8: Aufbewahrung von Muttermilch, Academy of Breastfeeding Medicine
  10. Breast Milk Storage and Preparation, Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
  11. How to make up baby formula, NHS
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